“Busfahrerin ist für mich zum Traumberuf geworden”

15 September 2021

Ela, 30 Jahre, arbeitet seit sieben Jahren als Busfahrerin und spricht von ihrem Traumberuf. In unserem Interview erfahren wir, wie sie dazu gekommen ist, was ihr an dem Job besonders gefällt und an welche kuriosen und schönen Momente sie sich erinnert. Eins wünscht sie sich besonders: Dass sich mehr Frauen motiviert fühlen, Busfahrerin zu werden.

Was für Busse und Strecken fährst du?

Zurzeit bin ich überwiegend im Linien- bzw. Schülerverkehr im Einsatz, da durch die anhaltende Corona-Pandemie Reisebusfahrten und Tagesfahrten leider nicht möglich sind. Ich habe in den vergangenen sieben Jahren viele spannende Eindrücke im Reiseverkehr sammeln können und freue mich, wenn ich auch hier wieder zum Einsatz komme. Ich habe viele schöne Momente erlebt, die man so als Linienfahrerin nie erlebt hätte.

Aktuell fahre ich im Kreis Paderborn und im Kreis Höxter. Die Strecken sind von Tag zu Tag anders, sodass es zum Glück nie langweilig wird.

Wie hoch ist der Frauenanteil in deiner Firma?

Leider ist der Anteil an Frauen allgemein in dem Beruf sehr klein. In der Firma, in der ich zurzeit beschäftigt bin, arbeiten neben mir nur noch zwei weitere Frauen.

Wie bist du Busfahrerin geworden?

Dass ich Busfahrerin geworden bin, war eher ein Zufall. Durch einen Freund von mir, der Busfahrer ist, habe ich viele Dinge mitbekommen und erste Eindrücke sammeln können. Ich bin ein paar Mal bei ihm mitgefahren, weil ich den Beruf immer spannender fand. Dann habe ich irgendwann die Entscheidung getroffen, den Führerschein zu machen. Ich hatte auch Glück und habe eine Firma gefunden, die mich nach bestandener Prüfung direkt eingestellt hat. Meine Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut. Busfahrerin zu sein ist für mich zum richtigen Traumberuf geworden. Ich kann mir nichts anderes mehr vorstellen.

Was gefällt dir an dem Job?

Mir gefällt vor allem die Abwechslung, die ich jeden Tag habe. Ich erlebe täglich neue Dinge und der Umgang mit den Fahrgästen macht mir viel Spaß. Auch die verschiedenen Strecken, die ich fahre, machen den Beruf so spannend.

 

Fließtext 2-1

Was würdest du Mädchen und Frauen, die Busfahrerin werden wollen, mit auf den Weg geben?

Ich würde ihnen Folgendes sagen: Traut euch und lasst euch nicht einschüchtern! Wenn ihr den Wunsch habt, Busfahrerin zu werden, schafft ihr das auch!

Und was muss man tun, um Busfahrerin zu werden?

Grundvoraussetzung sind ein Autoführerschein und ein Mindestalter von 21 Jahren. Neben dem Busführerschein, der aus zwei Prüfungen besteht, muss man sich verschiedenen Tests unterziehen. Dazu zählen unter anderem ein Sehtest, ein Erste-Hilfe-Kurs und medizinische Gutachten. Der Busführerschein wird nach erfolgreich abgeschlossener Prüfung  in den Autoführerschein eingetragen. Die Fahrerlaubnis muss alle fünf Jahre verlängert werden.

Wie geht es dir als Busfahrerin in Zeiten von Corona?

Es ist schon eine komische Situation für mich. Normalerweise sind die Busse voll und man unterhält sich mit Fahrgästen, was leider nicht mehr so ist. Auch der Kontakt zu meinen Kollegen ist eingeschränkt. Ich glaube, es ist für uns alle eine außergewöhnliche Situation, ich versuche aber trotzdem, das Beste daraus zu machen.

Erlebst du kuriose Dinge in deinem Berufsalltag? 

Also, ich erlebe schon öfters kuriose Dinge bei der Arbeit. Eine lustige Situation, die mir bis heute in Erinnerung geblieben ist, war als ein Fahrgast im Bus eingeschlafen ist. Er hatte sich in die letzte Reihe so gesetzt, dass ich ihn nicht sehen konnte. Als ich nach meiner Tour zum Betriebshof kam, habe ich erst bemerkt, dass der Fahrgast noch im Bus war. Als ich ihn geweckt habe, hat er sich total erschreckt und wusste überhaupt nicht, wo er war.

Fließtext 1-1

Welcher war der schönste Moment auf der Arbeit?

In den sieben Jahren habe ich so viele tolle Momente erlebt. Aber ich glaube das Schönste für mich war, als ich meine erste Reisefahrt nach Frankreich hatte. Ich war etwas nervös vor der Fahrt. Wir sind nachmittags in Straßburg angekommen. Abends gab es ein gemeinsames Essen mit der Gruppe und dem Reiseleiter, wo wir geplant haben, was wir in den nächsten Tagen in Straßburg bzw. in Frankreich besichtigen würden. Für mich war es wie Urlaub, da ich viel Freizeit hatte. Ab und zu bin ich mit der Gruppe und dem Reiseleiter zu verschiedenen Sehenswürdigkeiten gefahren. Die Zeit war auf jeden Fall sehr spannend und ich würde es gerne wieder machen. 

Was wünscht du dir für die Zukunft?

Da fällt mich wirklich nur eins ein: Dass sich mehr Frauen für den Beruf als Busfahrerin entscheiden!

Johanna Meadows

Johanna Meadows leitet bei Pinkbus die Kommunikationsabteilung. Nach dem Studium hat sie ein journalistisches Volontariat bei einer Zeitung absolviert und über fünf Jahre als freie Redakteurin gearbeitet. Sie schreibt leidenschaftlich gern über Themen, die sie auch neben dem Beruf interessieren: Nachhaltigkeit, Sport und gesunde Ernährung, neue Mobilitätskonzepte und innovative Startups.

Berlin_Reisen_Städtereise

Jetzt deine "Get your Guide-Tour" buchen und sparen

Buche jetzt deine nächste “Get your Guide”-Tour mit Pinkbus und spare bei jeder Buchung 10 Prozent. Von der Stadtführung mit Local Guides, über Museumsbesuche, bis hin zur Segway-Tour: Mit “Get your Guide” erlebst du dein individuelles Abenteuer.

Jetzt buchen